Mit dem Ersatz beispielsweise der ISO 2768-2 und ISO 1302 wird das Thema Angabe von Normennummern ohne Datum auf Zeichnungen noch stärker in den Fokus gestellt. In beiden Fällen wurde bei der Überarbeitung die Normennummer geändert, um eine klare inhaltliche Abgrenzung abzubilden. Trotzdem wurden sie als Ersatz für die neuen Normen festgelegt.
Was steckt hinter dem Thema undatierter (gleitender) Verweis (in Anlehnung an DIN 820-2:2022):
Wenn in einer technischen Zeichnung auf eine Norm verwiesen wird, steht dort meist kein Ausgabedatum in der Normnennung. Das bedeutet: Es gilt automatisch die Version der Norm, die zum Zeitpunkt der Erstellung der Zeichnung gültig war. Wenn sich später die Normennummer ändert, wird es schwieriger, die damals gültige Version eindeutig zu identifizieren. Soll also die Ausgabe einer bestimmten Norm konkret festgelegt werden, dann muss das Datum hinter der Normennummer stehen.

Wichtig ist das zum Beispiel bei der Angabe von Allgemeintoleranzen: Die ISO 2768-2, die mit Großbuchstaben hinter der Norm auf der Zeichnung eingetragen wird (z. B. ISO 2768-mK), wurde 2021 zurückgezogen und durch die ISO 22081 ersetzt. Steht also kein Datum zu dieser Angabe, dann wird bei Eintragung der ISO 2768-2 seit 2021 bzw. der DIN ISO 2768-2 seit 2022 automatisch auf die DIN EN ISO/ISO 22081 verwiesen. Kritisch ist dabei, dass diese Norm ausdrückliche Toleranzangaben in der Zeichnung verlangt. Diese fehlen, wenn die ISO 2768-mK angegeben wird. Das hat zur Folge, dass keine Allgemeintoleranzwerte für Form- und Lage festgelegt sind und erhebliche Missverständnisse vorprogrammiert sind.
Fehlinterpretationen, Kunden-Lieferanten-Diskussionen und weitere Aspekte können daraus folgen und somit sowohl rechtliche Streitigkeiten als auch monetäre Einbußen für die Unternehmen bedeuten.