Im Grundsatz der Standardfestlegung (eng. Default principle) der DIN EN ISO 8015 wird eine Vorgehensweise festgelegt, die die Anzahl der Eintragungen in der Spezifikation minimiert. Es wird festgelegt, dass wenn nichts anderes angegeben ist, auf eine in den Normen festgelegte Vorgabe zurückgegriffen wird. Das kann ein Modifikator, eine Kenngröße, Einheit oder andere Festlegung sein. Somit müssen bei der Interpretation „versteckte“ Regeln bekannt sein. Das kann kritisch für Fehlinterpretationen sein, wenn nicht alle am Produktentstehungsprozess beteiligten Personen den Default kennen.
Im deutschen Normenausschuss wurde zusätzlich festgelegt, dass der englische Begriff nicht übersetzt wird und „Default“ auch im deutschen Sprachgebrauch genutzt wird.
Beispielhaft wird der Default für Größenmaße, speziell am Zylinder, erklärt. Der Default ist in der DIN EN ISO 14405-1 als Zweipunktgrößenmaß mit dem Modifikator LP festgelegt. Der Modifikator darf nicht eingetragen werden, wenn beide Toleranzgrenzen mit diesem Default spezifiziert sind. Das nachfolgende Bild ist deshalb nur eine Visualisierung der Festlegung.

Soll vom Standardzustand (Default) abgewichen werden, muss dies eindeutig gekennzeichnet werden. Dies kann beispielsweise durch einen Modifikator erfolgen, etwa durch die Hüllbedingung, die bei Größenmaßen mit einem „E“ im Kreis dargestellt wird. Die Kennzeichnung kann entweder direkt am jeweiligen Maß oder als allgemeine Angabe im bzw. in der Nähe des Schriftfeldes erfolgen.
Im ISO GPS-System sind viele Defaults in den jeweils relevanten Normen unter dem Kapitel „ISO-Default-Spezifikationsoperator“ für die betreffende Spezifikation festgelegt.